Beschwerden

Der gefährliche Kopfschmerz

Sollten Sie einen Kopfschmerz haben, der plötzlich (wie ein Peitschenschlag, Donnerschlag, Blitz, Riss, eine Explosion, …) aufgetreten ist, dessen Art und Stärke Ihnen unbekannt ist, dann sollten Sie sofort ein Krankenhaus aufsuchen. Dort wird man feststellen, ob eine gefährliche Blutung oder andere Erkrankung im Kopf diesen ausgelöst hat.

Davon unabhängig sollte auch jeder neu aufgetretene länger andauernde Kopfschmerz vom Neurologen/Neurologin untersucht werden.

Der gewöhnliche Kopfschmerz

Kopfschmerzen können als eigenständiges Krankheitsbild (primärer Kopfschmerz), oder als typische Begleiterscheinung anderer Erkrankungen (sekundärer Kopfschmerz) auftreten. Kopfschmerzen zählen heute zu den verbreitetsten Schmerzformen.

Die beiden häufigsten primären Kopfschmerzarten sind der Spannungskopfschmerz und die Migräne. Beide lassen sich meist durch die unterschiedliche Art der Schmerzen unterscheiden.

Der dumpfe, drückende Spannungskopfschmerz wird meistens beidseitig empfunden, oft wie eine Haube, ein zu enger Hut oder das Gefühl, der Kopf sei in einem Schraubstock eingeklemmt. Seine Ursache ist unbekannt.

Migräne nennt man pochende, klopfende, hämmernde, pulsierende oder auch stechende Kopfschmerzen, die anfallsartig auftreten. Meistens wird der Schmerz einseitig im Bereich von Stirn, Schläfe und Auge empfunden, kann aber manchmal auch beidseitig auftreten. Die Schmerzen sind dabei oft mit einer Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit verbunden. Körperliche Anstrengung verstärkt den Migränekopfschmerz.

Mischkopfschmerz. Gelegentlich kann es auch vorkommen, das Patienten/Patientinnen sowohl an beiden häufigen Arten des Kopfschmerzes leiden, wobei hier oft der eine auch den anderen auslösen kann.

Der seltenere Cluster-Kopfschmerz („Horton-Neuralgie“) ist ebenfalls ein einseitiger stechender Kopfschmerz und kommt häufiger bei Männern vor. Es kommt hier zu einer Häufung (Cluster, englisch=Haufen) der Kopfschmerzattacken an mehreren Tagen (oder Nächten), gefolgt von wochenlanger Anfallsfreiheit. Danach wiederholt sich die Cluster-Episode wieder mit abermals an mehreren Tagen (oder Nächten) gehäuften Kopfschmerzattacken. Diese Kopfschmerzen sind oft an der selben Seite mit einer Rötung des Auges und Tränenproduktion verbunden, welche auch zu einem einseitigen Nasenrinnen führt.

Ursachen für den sekundären Kopfschmerz

Eine sehr häufige Ursache für Kopfschmerzen und Gesichtsschmerzen ist eine Entzündung der Nasennebenhöhlen (z.B. Stirnhöhlen-, Kieferhöhlenentzündung). Hier kommt es typischer Weise zu einer Zunahme der Kopfschmerzen bei vornüber Neigen des Kopfes oder bei Luftdruckänderungen. Manchmal verspüren die Patienten auch eine plötzlichen Flüssigkeits- oder Schleimabgang im Rachen, wenn sich die verstopfte Nebenhöhle plötzlich in den Rachenraum entleert.

Kopfschmerzen können ansonsten noch andere, vielfältige Ursachen haben, etwa Stress, Überanstrengung, Wetterfühligkeit, Zigaretten- und Alkoholkonsum, Sauerstoffmangel, Tumoren, eine Gehirnhautentzündung. Hartnäckige Kopfschmerzen können aber auch auf Erkrankungen anderer Organe hinweisen, wie etwa Erkältungskrankheiten, Fehlsichtigkeit, Bluthochdruck, Magen-Darm-Erkrankungen oder Erkrankungen im Bereich der Wirbelsäule.

Eine besondere Form ist der Schmerzmittelkopfschmerz: Eine regelmäßige Einnahme bestimmter Schmerzmitteln über einen langen Zeitraum kann zu Entzugsschmerzen führen, sobald die Wirkung der Mittel nachlässt. Dieser Mechanismus führt zu zunehmender Schmerzmitteleinnahme und damit in einen Teufelskreis, der nur durch Schmerzmittelentzug unter ärztlicher Aufsicht durchbrochen werden kann.

Zu einem Neurologen/Neurologin sollten Sie sich auf jeden Fall zuweisen lassen, wenn

–  Ihre Schmerzen erstmals auftreten
–  Sie regelmäßig öfter als zwei- bis dreimal im Monat unter Kopfschmerzen leiden oder diese länger als zwei oder drei Tage andauern
–  Ihre Kopfschmerzen mit gravierenden oder ungewöhnlichen Begleiterscheinungen wie SprachstörungenGefühlsstörungen oder Schwäche am Arm oder Bein verbunden sind
–  die Dauer und Stärke Ihrer Beschwerden trotz Behandlung zunehmen
–  Sie auf die bisher verwendeten Schmerzmittel nicht mehr reagieren oder die Dosis laufend steigern müssen.