
Beschwerden/Symptome
«Müdigkeit ist nicht das gleiche wie Schläfrigkeit!»
Ein vermehrter Schlaf kann sich in Form einer Tagesschläfrigkeit mit ungewolltem Einschlafen am Tag, als verlängertes Schlafbedürfnis von 10 Stunden pro Tag, durch vermehrt erschwertes Erwachen am Morgen (Hypersomnie) oder als Müdigkeit im Sinne einer Energielosigkeit bis hin zur körperlichen Erschöpfung äussern.
Ursachen
TAGESSCHLÄFRIGKEIT
Die häufigste Ursache der Tagesschläfrigkeit ist sicherlich das banale Schlafmanko, was jeder Betroffene selbständig durch einen längeren Schlaf mit konstanten Bettgehzeiten über mindestens 10 Tage beheben kann. Wenn dieser Test nicht zu einem normalen Wachzustand am Tag führt, muss eine krankheitsbedingte Ursache vermutet werden.
Die häufigste Krankheit ist das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom, auch «Schnarchen mit Atempausen» genannt, wovon mind. 10% der Männer und 5% der Frauen betroffen sind.
Die Narkolepsie mit oder ohne Kataplexie ist zwar selten, aber wegen dem Beginn in der Pubertät mit schwerwiegenden sozialen Konsequenzen in der Schule oder im Beruf verbunden. Daher sind eine frühzeitige Diagnose und Therapie hier besonders wichtig. Diese meist jungen Patienten leiden an einer rasch progredienten extremen Tagesschläfrigkeit, welche sogar in aktiven Situationen wie beim Essen oder mitten im Gespräch zu Einschlafattacken führt. Ein oder mehrere Power Naps am Tag ist das Einzige, was diese Schläfrigkeit vorübergehend lindern kann. Gewisse Narkolepsie-Patienten beschreiben auch Schlaflähmungen oder Halluzinationen beim Einschlafen oder Aufwachen. Einige Patienten berichten paradoxerweise über eine Durchschlafstörung mit wiederholten Wachperioden in der Nacht. Ein Teil der Patienten berichtet über ungewöhnliche, akut einsetzende Muskellähmungen (Kataplexie) jeweils während einer Emotion (z.B. beim Lachen), was zu einem Herabfallen der Augenlider, des Unterkiefers, des Kopfes oder sogar zum Einknicken der Knie bis hin zu einem Sturz führen. Bei diesem Typ 1 der Narkolepsie kann man im Nervenwasser eine stark verminderte Produktion des Botenstoffs Hypokretin nachweisen.
Die Diagnose der Narkolepsie muss im Schlaflabor gesichert werden.
HYPERSOMNIE
Eng verwandt mit der Narkolepsie ist die Idiopathische Hypersomnie, welche durch ein verlängertes Schlafbedürfnis von 11 Stunden oder mehr pro Tag gekennzeichnet ist und relativ oft vererbt wird. Diese Patienten leiden hauptsächlich unter einem erschwerten Erwachen am Morgen, weil sie den Wecker gar nicht hören und dann zu spät zur Arbeit oder in die Schule kommen. Gewisse Patienten mit Depression oder einer Angstkrankheit leiden nicht an Schlaflosigkeit, sondern an einem viel zu langen Schlafbedarf, was dann als nichtorganische Hypersomnie bezeichnet wird.
MÜDIGKEIT
Beim chronischen Müdigkeitssyndrom (Chonic Fatigue Syndrom) steht eine ausgeprägte Müdigkeit im Sinne einer Energielosigkeit bis hin zur körperlichen Erschöpfung im Vordergrund. Das Einschlafen ist aber oft erschwert.
Bei neurologischen Krankheiten wie z.B. Parkinson, Demenz oder bei bestimmten Muskelkrankheiten tritt eine Schläfrigkeit, bei der Multiplen Sklerose eher eine Müdigkeit auf. Umgekehrt ist es wichtig, dass man bei neurologischen Patienten ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom oder andere Ursachen eines nicht erholsamen Schlafes nicht verpasst, weil diese behandelt werden können.
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Behandlung/Verlauf
Die Behandlung der Narkolepsie besteht in einer Kombination von Verhaltensmassnahmen, hauptsächlich regelmässig geplanten Power Naps sowie verschiedenen Medikamenten. Die Tagesschläfrigkeit wird durch sog. Stimulanzien wie zum Beispiel Ritalin® behandelt, die Kataplexien und der oftmals gestörte Nachtschlaf mit ganz anderen Medikamenten.
Neben der Behandlung der verschiedensten Narkolepsie-Symptomen ist auch eine gezielte Beratung in vielen Lebensbereichen wie z.B. im Zusammenhang mit Fahreignung bei Tagesschläfrigkeit, Berufswahl, Familienplanung, Militär und Sportaktivitäten von grosser Wichtigkeit. Hier ist oft eine enge Zusammenarbeit zwischen Patienten, Familienangehörigen, Hausarzt, Arbeitgeber oder der Schulleitung sowie dem Schlafspezialisten nötig. Nicht selten müssen auch Sozialarbeiter und Psychologen zur Beratung beigezogen werden.




