
Beschwerden
Die Neuroborreliose kann viele neurologische Beschwerden erzeugen und wird daher viel zu häufig bei unklaren chronischen Beschwerden als Ursache angeschuldigt. Typische Beschwerden sind jedoch:
- Einschiessende Schmerzen in Arm oder Bein in das Gebiet, das von der betroffenen Nervenwurzel versorgt wird. Im Gegensatz zum Bandscheibenvorfall, welcher ähnliche Beschwerden aufweisen kann kommt es bei der Neuroborreliose zuerst zu Schmerzen an dem Arm oder Bein, an dem ein Zeckenbiss stattgefunden hat. Die Schmerzen können später auch wandern. Auch gibt es eine nächtliche Betonung der Schmerzen.
- (Beidseitige) isolierte Gesichtslähmung
- Doppelbilder
- Manchmal begleitende leichte Kopfschmerzen wegen einer eher harmlos erscheinenden begleitenden Entzündung der Hirnhäute
Beschwerden/Symptome
Ursache ist eine Infektion mit bakterienähnlichen Erregern, die über einen Zeckenbiss übertragen werden. Im ersten Stadium der Borreliose kommt es meist zu einer lokalen Hautinfektion um den Zeckenbiss, die durch eine bis handtellergrosse Ausbreitung der Rötung gekennzeichnet ist. Der Rand ist teilweise stärker gefärbt, die Hautinfektion sieht dadurch ringförmig aus. Erst Wochen später kann es durch ein Einwandern der Borrelien in das Nervensystem unter Umständen zur Neuroborreliose kommen (Borreliose Stadium 2).
Gerät der Körper in Kontakt mit Borrelien, bildet das Immunsystem spezifische Abwehrstoffe, die sogenannten Antikörper. Bluttests, welche akute Borrelien-Antikörper („IgM“) oder chronische Borrrelien-Antikörper („IgG“) nachweisen, sind sehr häufig falsch positiv. Verwirrend ist nämlich leider, dass die Tests auch bei vielen Viruserkrankungen fälschlicher Weise einen positiven Befund ergeben. Zudem gibt es häufig Personen mit positiven Bluttests, die vermutlich einen einmaligen Kontakt mit Borrelien hatten (auch unwissentlich), aber niemals eine Neuroborreliose entwickeln. Diese Umstände führen zu hochgradigen Verunsicherungen bei Patienten, aber auch Ärzten. Dies vor allem dann, wenn die Beschwerden der Patienten nicht spezifisch sind (siehe oben bei Beschwerden). Bei unspezifischen Beschwerden sollte in erster Linie auch an andere Erkrankungen gedacht werden (depressive Störung, funktionelle Störung, andere internistische chronische Erkrankungen, chronische Infektion anderer Ursache, chronischer Alkohol- und Drogenmissbrauch).
Gesichert kann die Diagnose einer Neuroborreliose nur durch eine Untersuchung des Nervenwassers (Lumbalpunktion und Liquoranalyse) werden, welches das Gehirn und Rückenmark umspült.
Ursachen
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Behandlung/Verlauf
Die Borreliose wird so wie die Früh-Sommer-Meningoenzephalitis (FSME) durch Zeckenbiss übertragen. Daher werden beide von medizinischen Laien auch häufig verwechselt. Für beide Erkrankungen gilt, dass selbst in verseuchten Gebieten nicht jede Zecke mit den Erregern befallen ist. Zudem gilt, dass selbst wenn es zur Infektion mit einem der beiden Erregern kommt, es dann im Glücksfall noch viele gutartige Verläufe gibt. Diese gehen dann oft nur mit leichten Beschwerden (ähnlich einer Grippe) einher.
Zur Behandlung der Neuroborreliose werden spezielle Antibiotika angewendet, welche in vielen Fällen als Infusion verabreicht werden müssen.
Im Gegensatz zur Neuroborreliose ist die durch Viren ausgelöste Früh-Sommer-Meningoenzephalitis (FSME) nicht ursächlich behandelbar. Diese manchmal leider auch tödlich verlaufenden Erkrankung kann nur durch eine vorbeugende Impfung verhindert werden.







