
Vergesslichkeit ist nicht nur eine negative Erscheinung, sondern eine absolut notwendige Fähigkeit des Gehirns. Sie ist ein Verdrängungsmechanismus, ein Schutzwall gegen Reizüberflutung. Das Gedächtnis funktioniert nur, wenn wir auch bestimmte Dinge wieder vergessen können. Im Alter werden neben vielen anderen Vorgängen auch das Speichern und Abrufen der Gedächtnisinhalte langsamer. Dies ist völlig normal. Vergesslichkeit ist zudem keine Frage des Alters, auch junge Menschen werden ab und zu von ihrem Gedächtnis im Stich gelassen. Die Ursachen können vielfältig sein. Die meisten Menschen vergessen ab und zu Namen oder Termine. Häufen sich diese Vorfälle und treten zudem unerklärliche Verwirrtheitszustände auf, kann das Vergessen allerdings ein Zeichen für eine Verminderung der Gedächtnisleistung sein.
Mögliche Ursachen, mögliche Hinweise auf Erkrankungen
Eine mögliche Ursache für eine verminderte Gedächtnisleistung ist der natürliche Alterungsprozess, bei dem die Informationsübertragung von Zelle zu Zelle langsamer wird, die Reaktionsfähigkeit abnimmt und die Merkfähigkeit nachlässt. Auch eine mangelnde Hirndurchblutung, zum Beispiel bei Arterienverkalkung, kann die Gedächtnisleistung ebenso beeinträchtigen wie anhaltender Alkoholmissbrauch oder Depressionen und Angststörungen.
Allerdings kann sie auch Anzeichen von Demenz sein. Als Symptom dafür gilt sie üblicher Weise bei einer länger als sechs Monate anhaltenden veränderten und auch für Dritte beobachtbaren Gedächtnisleistung. Und nicht, wenn manchmal „Kleinigkeiten“ wie ein Passwort, ein Termin oder ein Einkauf entfallen.
Die Alzheimer-Krankheit kann vereinzelt schon vor dem 50. Lebensjahr auftreten, ihre Häufigkeit steigt aber mit dem Lebensalter deutlich an. Gerade bei älteren Menschen werden die ersten Anzeichen von Alzheimer oft mit der viel harmloseren altersbedingten Vergesslichkeit oder Verlangsamung verwechselt.
Die leichte Schädel-Hirn-Verletzung (Hirnerschütterung) ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen überhaupt. Mögliche Folgen, mit denen Betroffene auch lange nach einer Schädel-Hirn-Verletzung noch zu kämpfen haben können sind unter anderem Gedächtnisprobleme.
Warnzeichen dafür, dass es sich um mehr als eine „harmlose“ Vergesslichkeit handelt, können unter anderem sein:
- Sie vergessen häufig, nicht nur gelegentlich, Namen und Termine.
- Sie haben Schwierigkeiten mit gewohnten Handlungen
- Ihnen fallen häufig gebräuchliche Worte nicht mehr ein.
- Sie haben auch an bekannten Orten schon das Gefühl gehabt, nicht mehr zu wissen, wo Sie sind.
- Sie leiden unter abrupten Stimmungsschwankungen, denen Sie keine Ursache zuordnen können.






